Unser Projekt „StolpersteinFilme – Filme gegen das Vergessen“ wurde im Jahr 2024 ins Leben gerufen. Ziel ist es, Gunter Demnigs bedeutendes Stolperstein-Denkmal noch bekannter zu machen, insbesondere bei Jugendlichen und Schülerinnen und Schülern, und sie auf bewegende Weise mit der Erinnerungskultur für die Opfer des Nationalsozialismus in Berührung zu bringen.

Dafür nutzen wir bewusst das Medium Film. Es ermöglicht jungen Menschen einen Zugang, der nicht nur informiert, sondern berührt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen die Geschichten und Schicksale von Opfern der NS-Diktatur aus ihrer eigenen Stadt kennen und setzen sich durch Recherche intensiv mit deren Leben auseinander. So wird Geschichte nicht abstrakt vermittelt, sondern persönlich, greifbar und nah.

Unser erstes Filmprojekt, „Die Hennefer Stolpersteine“, wurde inzwischen erfolgreich aufgeführt und hat auf eindrucksvolle Weise gezeigt, wie stark dieses Format wirken kann. Die Aufführungen im Kur-Theater Hennef waren ein großer Erfolg und wurden von einem spürbar bewegten Publikum getragen. Viele Besucherinnen und Besucher äußerten, wie sehr sie der Film berührt habe, wie nah ihnen die Schicksale der gezeigten Menschen gegangen seien und wie wichtig sie diese Form des Erinnerns gerade in unserer Zeit empfinden.

Auch die ersten Schulkinoaufführungen stießen auf sehr positive Resonanz. Besonders eindrücklich war zu erleben, wie aufmerksam und ernsthaft sich junge Zuschauerinnen und Zuschauer auf den Film eingelassen haben. In den Gesprächen im Anschluss wurde deutlich, dass der Film nicht nur Wissen vermittelt, sondern Empathie auslöst, Fragen aufwirft und zum Weiterdenken anregt.

Ebenso berührend war das Feedback vieler Mitwirkender. Für zahlreiche Beteiligte, gerade auch für junge Darstellerinnen und Darsteller mit lokalem Bezug, war die Mitarbeit weit mehr als ein Filmprojekt. Sie haben sich intensiv mit realen Lebensgeschichten auseinandergesetzt und erlebt, dass Erinnerungskultur lebendig werden kann, wenn man ihr ein Gesicht, eine Stimme und einen Ort gibt. Genau darin liegt die besondere Kraft unseres Projekts.

„StolpersteinFilme“ verfolgt das Ziel, künftig möglichst viele Filme in Städten zu realisieren, in denen Stolpersteine verlegt wurden. Jeder dieser Steine erinnert an einen Menschen mit einem eigenen Leben, mit Hoffnungen, Beziehungen und einem individuellen Schicksal. Unsere Filme greifen diese Lebensgeschichten auf und machen sie in filmischen Szenen wieder sichtbar. Um dies erfolgreich umzusetzen, wurde von uns der Förderverein Jugend und Erinnerungskultur e.V. gegründet. Er bietet die Basis, in Zukunft weitere weitere Filme dieser Art produzieren zu können.

Besonders wichtig ist uns dabei die enge Einbindung von Schulen, Schülerinnen und Schülern sowie jungen Menschen aus dem jeweiligen lokalen Umfeld. Sie recherchieren die Biografien der Opfer, setzen sich mit den historischen Hintergründen auseinander und wirken – wo möglich – auch selbst an der filmischen Umsetzung mit, unter anderem als Darstellerinnen und Darsteller. So entsteht eine besondere Form der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit: nicht nur theoretisch, sondern konkret, kreativ und persönlich.

Wir unterstützen diese Prozesse mit unserer filmischen und konzeptionellen Erfahrung, damit aus der intensiven historischen Arbeit auch eine qualitativ hochwertige und würdevolle filmische Umsetzung entstehen kann. Bei Bedarf beziehen wir auch lokale Theatergruppen und weitere Partner mit ein.

Die sorgfältige Recherche bleibt dabei die Grundlage jedes Projekts. Denn nur wer sich ernsthaft mit den Lebensgeschichten der Opfer und mit der Geschichte des Nationalsozialismus auseinandersetzt, kann Erinnerung verantwortungsvoll weitertragen. Ebenso wichtig ist uns eine professionelle Umsetzung, damit die Filme nicht nur im Inhalt, sondern auch in ihrer Wirkung nachhaltig sind.

Im nächsten Schritt sollen die entstandenen Filme veröffentlicht und vor allem vor Ort sichtbar gemacht werden. Besonders wichtig sind uns dabei Kinoaufführungen, Schulveranstaltungen und lokale Präsentationen, weil sie Menschen unmittelbar zusammenbringen und gemeinsame Erinnerung erfahrbar machen. Genau dort entfaltet das Projekt seine größte Wirkung: in der Begegnung, im Gespräch und im gemeinsamen Innehalten.

„StolpersteinFilme – Filme gegen das Vergessen“ ist damit mehr als ein Filmprojekt. Es ist eine lebendige Form der Erinnerungskultur, die Vergangenheit in die Gegenwart holt und junge Menschen aktiv einbezieht. Auf diese Weise leisten sie selbst einen wichtigen Beitrag dazu, dass die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus nicht verblasst.

Unterstützt werden wir dabei unter anderem von der STIFTUNG – SPUREN – Gunter Demnig.

StolpersteinFilme ist ein Projekt des Förderverein Jugend und Erinnerungskultur e.V.